TV as a Service

für Netzbetreiber

Jahres Archiv: 2026


Mehr Funktionen für DMAX, Eurosport & Co.

Die Sender DMAX DE SD, Eurosport 1 DE SD, SuperTennis HD, WELT SD, CGTN HD und CCTV HD werden nicht mehr ausschliesslich für lineares TV aufbereitet. Neu stehen sie – wie alle übrigen rund 250 Sender – mit erweiterten Funktionen wie Live-Pause, Replay und Aufnahme zur Verfügung.



GoLive AWF/BV Revision 2

Die Branchenvereinbarung (BV) Revision 2 / AWF (Alternative Werbeformen) bringt ab dem 1. April 2026 im Kern eine Ausweitung und Standardisierung von Werbeformen im Replay-TV. Ziel ist es, die klassische TV-Werbung auch bei zeitversetzter Nutzung konsequent zu monetarisieren. Eine zentrale Änderung ist die Verlängerung der sogenannten StartAd von bisher 7 auf neu 30 Sekunden – diese kann nicht übersprungen werden und trägt wesentlich zur stärkeren Monetarisierung bei.

BV Revision 2 bedeutet in einfachen Worten:

  • Mehr Werbung im Replay
  • Eingeschränkte Vorspulmöglichkeiten
  • Längere verpflichtende Werbezeit (StartAd 30 Sekunden)
  • PLZ wird obligatorisch (gezieltere regionale Werbung)

Diese Anpassung wurde massgeblich durch die SRG vorangetrieben, die ab dem 21. April 2026 ihre TV-Sender ebenfalls in die Umsetzung der alternativen Werbeformen integriert.

Für den Endverbraucher bedeutet dies insgesamt einen klaren Rückschritt.


Al Jazeera Ar wird eingestellt

Der Sender Al Jazeera Arabic wird von Swisscom und Sunrise aus dem Angebot genommen. Der katarische Nachrichtensender bleibt jedoch weiterhin über Hotbird 13°E (Frequenz 12.577 H) empfangbar. Die beiden Anbieter begründen die Entfernung mit Vorwürfen, der Sender verbreite Botschaften der Hamas und unterstütze „Übergabezeremonien“ bei Geiselfreilassungen als Form psychologischer Kriegsführung. Der englischsprachige Kanal von Al Jazeera für ein westliches Publikum bleibt hingegen im Angebot.

In der Schweiz gilt seit Mitte Mai 2025 ein Verbot der Hamas.


24i und Amino mit neuem Eigentümer

Unser Anbieter der Video-Plattform 24i wurde am 6. März 2026 von der Sapphire Technology Group Limited (SGTL) übernommen. Mit der neuen privaten Eigentümerstruktur ist das Unternehmen künftig finanziell stabil aufgestellt.

Die Sapphire Technology Group Limited gehört dem britischen Technologieunternehmer Keith Todd CBE und ist eine private Beteiligungsgesellschaft von ihm. Sie darf nicht mit Sapphire Technology, einem Grafikkartenhersteller aus Hongkong, verwechselt werden, mit dem Todds SGTL nichts zu tun hat. Von 2007 bis 2019 war Keith Todd Verwaltungsratspräsident von Amino Communications, einem wichtigen Technologieunternehmen im Umfeld von 24i. Dadurch bringt er viel Branchenerfahrung mit und dürfte für zusätzliche Stabilität und Kontinuität sorgen.

Gemäss der Medienmitteilung von 24i wird sich für Kunden und Partner operativ nichts ändern. Für TV Factory ist vor allem wichtig, dass 24i wieder in stabilere finanzielle Gewässer kommt und die schon lange angekündigte Migration von der bisherigen Nordija-Plattform auf die zukunftsorientierte 24i Video-Plattform endlich erfolgreich abschliesst. Die Umstellung ist im Laufe des Jahres 2026 geplant.

Auch freuen wir uns auf die Einführung neuer, Netflix-fähiger Set-Top-Boxen im Verlauf des Jahres 2026, die neben klassischem Fernsehen über einen integrierten Streaming-Hub auch den direkten Zugriff auf Netflix, Disney+, Prime Video und YouTube ermöglichen sollen.

Somit stehen die Aussichten gut, dass wir im Jahr 2026 gemeinsam mit 24i erfolgreich in die Zukunft durchstarten können.


SRG Halbierungsinitiaitive abgewendet

Die SRG-Gebühren-Senkungsinitiative «200 Fr. sind genug!» wurde von der breiten Stimmbevölkerung abgelehnt. Darüber sind wir erleichtert, denn grundsätzlich macht die SRG einen guten Job.

Trotzdem zeigt sich immer wieder, dass auch bei der SRG Sparpotenzial vorhanden wäre. Bei der Verbreitung der TV-Signale wurde Anbietern ohne HbbTV-Unterstützung über Jahre lediglich ein 720p-Signal zugemutet, während das bessere 1080p-Signal nur an Anbieter mit HbbTV ausgeliefert wurde. Leidtragende waren letztlich die Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahler, denn besonders auf grossen Fernsehern über 50 Zoll ist der Qualitätsunterschied zwischen 720p und 1080p deutlich sichtbar. An der Bildqualität zu sparen ist der falsche Ansatz – interne Prozesse zu vereinfachen hingegen, spart Kosten.

Im September 2025 teilte die SRG – wie von uns bereits hier kommentiert – mit, dass künftig auch Weiterverbreiter ohne HbbTV-Unterstützung das PREMIUM-Angebot beziehen können, allerdings nur gegen eine Kostenbeteiligung am Weiterverbreiter-Playout. Der Beitrag richtet sich nach dem jeweiligen Marktanteil und beträgt für Anbieter mit weniger als 56’000 Kunden mindestens CHF 3’000 pro Jahr. Für kleinere Weiterverbreiter wie TV Factory stellt dieser Betrag eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung dar.

Dabei sollte im Zentrum einzig und allein die Bildqualität für die Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahler stehen. Statt sich kleinkariert an 720p oder 1080p festzuhalten, wäre es längst an der Zeit, 4K-Übertragungen voranzutreiben. Viele Weiterverbreiter unterstützen bereits Android TV und ermöglichen damit auch den Zugang zu Play Suisse – ganz im Sinne der SRG.

Umso unverständlicher ist es, dass die SRG an starren Vorgaben festhält und zusätzliche Gebühren verlangt, anstatt das PREMIUM-Angebot zu vereinfachen und die technologische Entwicklung konstruktiv voranzubringen. Das würde nicht nur die Bildqualität verbessern, sondern auch Aufwand und Kosten für alle Beteiligten reduzieren.

Andere Anbieter aus Deutschland stellen ihre TV-Signale in der Schweiz nämlich für eine Pauschale von rund CHF 500 pro Jahr zur Verfügung. Warum sollte TV Factory als kleines KMU, das zusätzlich bereits CHF 645 SRG-Gebühren bezahlt, nochmals CHF 3’000 pro Jahr entrichten müssen!

 

 

 

 





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