Die SRG-Gebühren-Senkungsinitiative «200 Fr. sind genug!» wurde von der breiten Stimmbevölkerung abgelehnt. Darüber sind wir erleichtert, denn grundsätzlich macht die SRG einen guten Job.

Trotzdem zeigt sich immer wieder, dass auch bei der SRG Sparpotenzial vorhanden wäre. Bei der Verbreitung der TV-Signale wurde Anbietern ohne HbbTV-Unterstützung über Jahre lediglich ein 720p-Signal zugemutet, während das bessere 1080p-Signal nur an Anbieter mit HbbTV ausgeliefert wurde. Leidtragende waren letztlich die Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahler, denn besonders auf grossen Fernsehern über 50 Zoll ist der Qualitätsunterschied zwischen 720p und 1080p deutlich sichtbar. An der Bildqualität zu sparen ist der falsche Ansatz – interne Prozesse zu vereinfachen hingegen, spart Kosten.

Im September 2025 teilte die SRG – wie von uns bereits hier kommentiert – mit, dass künftig auch Weiterverbreiter ohne HbbTV-Unterstützung das PREMIUM-Angebot beziehen können, allerdings nur gegen eine Kostenbeteiligung am Weiterverbreiter-Playout. Der Beitrag richtet sich nach dem jeweiligen Marktanteil und beträgt für Anbieter mit weniger als 56’000 Kunden mindestens CHF 3’000 pro Jahr. Für kleinere Weiterverbreiter wie TV Factory stellt dieser Betrag eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung dar.

Dabei sollte im Zentrum einzig und allein die Bildqualität für die Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahler stehen. Statt sich kleinkariert an 720p oder 1080p festzuhalten, wäre es längst an der Zeit, 4K-Übertragungen voranzutreiben. Viele Weiterverbreiter unterstützen bereits Android TV und ermöglichen damit auch den Zugang zu Play Suisse – ganz im Sinne der SRG.

Umso unverständlicher ist es, dass die SRG an starren Vorgaben festhält und zusätzliche Gebühren verlangt, anstatt das PREMIUM-Angebot zu vereinfachen und die technologische Entwicklung konstruktiv voranzubringen. Das würde nicht nur die Bildqualität verbessern, sondern auch Aufwand und Kosten für alle Beteiligten reduzieren.

Andere Anbieter aus Deutschland stellen ihre TV-Signale in der Schweiz nämlich für eine Pauschale von rund CHF 500 pro Jahr zur Verfügung. Warum sollte TV Factory als kleines KMU, das zusätzlich bereits CHF 645 SRG-Gebühren bezahlt, nochmals CHF 3’000 pro Jahr entrichten müssen!

 

 

 

 

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